Zur persönlichen Einordnung

In meiner Coachingarbeit begegne ich immer wieder ähnlichen Fragen, inneren Konflikten und Beziehungsmustern - unabhängig von Alter, Lebensstuation oder Anlaß.

In diesem Blog schreibe ich über Themen aus meiner Praxis: über innere Muster, die uns prägen, und über Beziehungsthemen, die herausfordern, verunsichern oder festgefahren sind.

Die nachfolgenden Beiträge sollen Orientierung geben, Zusammenhänge sichtbar machen und Raum für eigene Gedanken öffnen

Ihr Feedback:

Wenn Sie ein Text besonders angesprochen, berührt oder zum Nachdenken gebracht hat, können Sie mir gerne eine kurze Rückmeldung per E-Mail an "pd(at)dassler-coaching.eu" schicken

Ich lese alle Nachrichten aufmerksam und beantworte diese gerne, -kurz- , als Resonanz bzw. Einordnung. 

Für eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema ist jedoch ein persönlicher Rahmen notwendig und sinnvoll.

Rubrik:

Persönlichkeit / Innere Muster

Rubrik:

Beziehung / Partnerschaft

Erstellt 05.01.2026 

Warum wir wissen, was uns nicht guttut - und es trotzdem tun

Viele Menschen kommen an einen Punkt, an dem sie sehr klar benennen können, was ihnen nicht guttut.

Sie wissen, welche Beziehungen ihnen schaden, welche Dynamiken sie erschöpfen, welche Entscheidungen sie immer wieder in innere Konflikte führen.

Und trotzdem passiert es wieder. 

Nicht einmal.Sondern oft.

Dieses „trotzdem“ ist für viele der schmerzhafteste Teil. Es nährt Selbstzweifel, Scham und das Gefühl, sich selbst nicht vertrauen zu können. Warum mache ich das immer wieder? – Warum lerne ich es nicht endlich? 

Die naheliegende Antwort lautet oft: fehlende Konsequenz, mangelnde Disziplin, zu wenig Wille.Doch diese Erklärung greift zu kurz – und sie trifft selten den Kern. 

Denn unser Verhalten folgt nicht in erster Linie dem, was wir als richtig erkannt haben. Es folgt dem, was sich innerlich vertraut anfühlt. 

Innere Muster entstehen nicht aus Bequemlichkeit. Sie entstehen aus Erfahrung. Oft sehr früh, oft in Situationen, in denen wir uns anpassen mussten, um zurechtzukommen: emotional, relational, manchmal auch ganz praktisch.Was sich dabei bewährt hat, speichert sich nicht als bewusste Entscheidung, sondern als innere Spur.

Diese Spuren wirken weiter – auch dann, wenn wir sie längst durchschaut haben. 

So kann es sein, dass wir uns immer wieder zu Menschen hingezogen fühlen, bei denen wir kämpfen müssen. Oder, dass wir in Situationen bleiben, die uns klein machen, weil das Gefühl von Anstrengung vertrauter ist als das von Ruhe. Oder, dass wir Nähe suchen – und sie im selben Moment wieder zurückweisen. 

Das Vertraute fühlt sich sicher an, selbst wenn es schmerzt.Das Neue hingegen ist ungewiss. Und Ungewissheit löst innere Alarmreaktionen aus. 

Deshalb reicht Verstehen allein selten aus. Einsicht ist wichtig – aber sie schafft noch keine innere Sicherheit. 

Veränderung beginnt oft erst dort, wo wir aufhören, uns gegen unsere Muster zu stellen, und anfangen, sie zu verstehen:Was wollten sie einmal schützen?Was haben sie möglich gemacht? Wovor bewahren sie uns bis heute? 

Das bedeutet nicht, alles zu akzeptieren oder zu entschuldigen. Es bedeutet, den inneren Kampf zu beenden. Denn solange wir gegen uns selbst arbeiten, bleibt das Alte stabil. 

Viele Menschen spüren sehr genau, dass sie „eigentlich weiter“ sind – und sich innerlich doch gebunden fühlen. Diese Spannung ist kein Zeichen von Stillstand. Sie ist oft ein Übergang. 

Ein Übergang zwischen dem, was einmal notwendig war, und dem, was heute möglich werden könnte.

Zur Info:

Vielleicht haben Sie beim Lesen etwas wiedererkannt.

Ein inneres Muster, das Sie schon länger begleitet, oder eine Frage, die immer wieder auftaucht - trotz Einsicht und Verständnis 

Wenn Sie Ihre Gedanken dazu teilen möchten, können Sie mir gerne ein paar Zeilem per E-Mail schreiben.

Ihre Nachricht wird selbstveständlich vertraulich behandelt. 

Erstellt 05.01.2026

Warum Nähe oft genau das auslöst, wovor wir uns schützen wollen

Nahezu alle Menschen sehnen sich nach Nähe. Nach Verbundenheit, nach einem Gegenüber, bei dem man sich zeigen kann, ohne ständig auf der Hut zu sein.

Und doch erleben viele genau dort Unruhe, Rückzug oder Eskalation – ausgerechnet in Beziehungen, die eigentlich wichtig sind.

Nähe ist kein neutraler Zustand. Sie ist ein innerer Aktivator.

Sobald uns jemand wirklich nahekommt, meldet sich nicht nur das Hier und Jetzt. Es melden sich alte Erfahrungen, alte Erwartungen, alte Schutzmechanismen. Beziehung wird dann zum Resonanzraum für alles, was wir über Bindung gelernt haben – bewusst oder unbewusst.

Manche reagieren darauf mit Rückzug. Andere mit Kontrolle. Wieder andere mit Streit, Distanz oder dem Ausweichen in eine Affäre. All das wirkt nach außen oft widersprüchlich oder verletzend. Und doch folgt es innerlich einer Logik: dem Versuch, Spannung zu regulieren.

Denn Nähe bedeutet auch:gesehen zu werden,abhängig zu sein,sich nicht vollständig kontrollieren zu können.

Wer früh gelernt hat, dass Nähe unsicher ist – weil sie unzuverlässig war, überfordernd oder an Bedingungen geknüpft – wird sich schützen, sobald es ernst wird. Nicht, weil er nicht liebt. Sondern weil das innere Alarmsystem anspringt.

So entstehen Dynamiken, die viele Paare gut kennen:Je wichtiger die Beziehung wird, desto schwieriger wird sie.Je größer der Wunsch nach Verbindung, desto stärker die inneren Gegenbewegungen.

Affären, Vertrauensbrüche oder dauerhafte Konflikte entstehen in diesem Zusammenhang oft nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus innerer Überforderung. Sie sind keine Lösung – aber sie sind Versuche, etwas zu regulieren, wofür es innerlich noch keinen sicheren Weg gibt.

Das macht das Geschehen nicht harmlos. Verletzungen bleiben real. Aber es verschiebt den Blick: weg von Schuldzuweisungen, hin zu Verständnis für die inneren Dynamiken, die hier wirksam sind.

Beziehung scheitert selten daran, dass Menschen zu wenig fühlen.Sie scheitert häufiger daran, dass sie mit dem, was Nähe in ihnen auslöst, alleine bleiben.

Nähe verlangt nicht, dass wir keine Angst mehr haben.Sie verlangt, dass wir beginnen, unsere Schutzmechanismen zu erkennen – und Verantwortung für sie zu übernehmen.

Nicht gegen uns selbst.Sondern in Beziehung

Zur Info:

Beziehungsthemen hinterlassen oft mehr Fragen als Antworten. Vielleicht hat dieser Text etwas berührt, das Ihnen aus eigenen Beziehungen vertraut ist - eine Spannung zwischen Nähe und Rückzug, zwischen Wunsch und Schutz.

Wenn Sie sich durch diesen Text angesprochen fühlen oder etwas davon gerade in Ihrem Leben eine Rolle spielt, schreiben Sie mir gerne. Manche Gedanken lassen sich leichter sortieren, wenn sie einmal ausgesprochen sind. 

Ihre Nachricht wird selbstveständlich vertraulich behandelt.